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Nextcloud

Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform für Dateiablage, Zusammenarbeit und Kommunikation, die Unternehmen auf eigenen Servern oder bei vertrauenswürdigen Hosting-Anbietern betreiben können. Sie bietet eine DSGVO-konforme Alternative zu cloudbasierten Diensten wie Microsoft 365 oder Google Workspace.

Ausführliche Erklärung

Nextcloud wurde 2016 als Abspaltung vom Projekt ownCloud gegründet und hat sich seither zu einer der meistgenutzten selbstgehosteten Cloud-Lösungen weltweit entwickelt. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, ihre Daten vollständig selbst zu kontrollieren, indem sie diese entweder auf eigenen Servern oder bei europäischen Hosting-Anbietern speichern. Der zentrale Unterschied zu kommerziellen Cloud-Diensten liegt in der digitalen Souveränität: Unternehmen behalten die volle Kontrolle darüber, wo ihre Daten liegen und wer darauf zugreifen kann.

Die Plattform ist modular aufgebaut und lässt sich durch Apps erweitern. Zu den Kernfunktionen gehören Dateisynchronisation zwischen verschiedenen Geräten, Kalender, Kontakte und Aufgabenverwaltung. Darüber hinaus bietet Nextcloud Hub integrierte Office-Anwendungen für die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, Videokonferenzen über Nextcloud Talk, Projektmanagement mit Deck sowie strukturierte Datenverwaltung mit Tables. Diese Integration unterscheidet Nextcloud von reinen Dateiablagen und macht es zu einer vollwertigen Kollaborationsplattform.

Für KMU ist Nextcloud besonders relevant, weil es keine nutzerbasierten Lizenzgebühren erfordert. Die einzigen Kosten entstehen für Hosting und optional professionellen Support. Bei einem typischen KMU mit 20 Mitarbeitenden kann dies gegenüber Microsoft 365 eine Ersparnis von mehreren hundert Euro pro Jahr bedeuten. Zudem erfüllt Nextcloud die Anforderungen der DSGVO strukturell besser, da personenbezogene Daten nicht an US-Anbieter übertragen werden und keine Zugriffsmöglichkeiten durch ausländische Behörden bestehen.

Die Implementierung erfordert allerdings technisches Know-how oder die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister. Unternehmen müssen selbst für Updates, Backups und Sicherheit sorgen oder auf Managed-Hosting-Angebote zurückgreifen. Viele österreichische und deutsche KMU nutzen daher hybride Modelle: Ein europäischer Hosting-Anbieter stellt die Infrastruktur bereit, während das Unternehmen volle Kontrolle über Daten und Zugriffe behält. Nextcloud wird vor allem in Branchen mit strengen Datenschutzanforderungen eingesetzt, etwa im Gesundheitswesen, in Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberatungen oder bei Behörden.

Praxisbeispiel

Eine Steuerberatungskanzlei mit 12 Mitarbeitenden in Graz nutzt Nextcloud, um Mandantenunterlagen DSGVO-konform zu speichern und zu teilen. Die Daten liegen auf einem Server bei einem österreichischen Hosting-Anbieter. Steuererklärungen werden über Nextcloud Office gemeinsam bearbeitet, Termine mit Nextcloud Kalender koordiniert. Passwortgeschützte Freigaben ermöglichen es Mandanten, Belege sicher hochzuladen, ohne externe Cloud-Dienste nutzen zu müssen.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2026