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Horizon Europe (EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation)

Horizon Europe ist das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation für den Zeitraum 2021 bis 2027 mit einem Budget von rund 95,5 Milliarden Euro. Es fördert Forschungsprojekte von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung und richtet sich an Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Organisationen.

Ausführliche Erklärung

Horizon Europe ist das neunte und bislang größte Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union. Es löste 2021 das Vorgängerprogramm Horizon 2020 ab und stellt für sieben Jahre ein Gesamtbudget von 95,5 Milliarden Euro bereit – damit ist es weltweit das umfangreichste öffentliche Förderprogramm für Forschung und Innovation. Das Programm verfolgt das Ziel, eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft aufzubauen, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Gefördert werden Projekte entlang der gesamten Innovationskette, von wissenschaftlicher Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Entwicklung bis hin zur Markteinführung neuer Technologien und Lösungen.

Das Programm ist in drei zentrale Säulen gegliedert: Die erste Säule "Wissenschaftsexzellenz" umfasst den Europäischen Forschungsrat, Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen und Forschungsinfrastrukturen. Die zweite Säule "Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas" konzentriert sich auf sechs thematische Cluster wie Gesundheit, Klima, Energie und Digitalisierung. Die dritte Säule "Innovatives Europa" beinhaltet den Europäischen Innovationsrat (EIC), der besonders innovative Start-ups und KMU mit bis zu 70 Prozent der Mittel unterstützt. Ergänzend gibt es Maßnahmen zur Ausweitung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums.

Für österreichische und deutsche KMU ist Horizon Europe besonders relevant, da das Programm explizit auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet ist. Über den EIC Accelerator können innovative Unternehmen nicht nur Zuschüsse, sondern auch Risikokapital für bahnbrechende Technologien erhalten. Die Förderquote beträgt je nach Projekttyp bis zu 100 Prozent bei Forschungsvorhaben und grundsätzlich 70 Prozent bei Innovationsmaßnahmen. Ein wesentliches Merkmal ist die transnationale Zusammenarbeit: Die meisten Projekte erfordern Konsortien mit Partnern aus mindestens drei verschiedenen EU-Ländern oder assoziierten Staaten.

Die Antragstellung erfolgt zentral über das Funding & Tenders Portal der Europäischen Kommission auf Basis von Arbeitsprogrammen, die alle zwei Jahre veröffentlicht werden. In Österreich unterstützt die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als nationale Kontaktstelle bei der Antragstellung und Projektabwicklung. Auch regionale Förderprogramme wie "Horizon Europe-Antragsfit" in Oberösterreich bieten zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Antragsvorbereitung. Die Erfolgsquote österreichischer Anträge lag beim Vorgängerprogramm Horizon 2020 bei 16,07 Prozent und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 12,01 Prozent.

Praxisbeispiel

Ein oberösterreichisches Maschinenbau-KMU mit 45 Mitarbeitern entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Spanien und Finnland ein KI-gestütztes Wartungssystem für Industrieanlagen. Das Unternehmen erhält über Horizon Europe Cluster 4 (Digitalisierung und Industrie) eine Förderung von 70 Prozent der Projektkosten für die zweijährige Entwicklungsphase. Durch die FFG-Beratung und eine Antragsfit-Förderung des Landes Oberösterreich konnte ein qualitativ hochwertiger Antrag erstellt werden.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: 7. Juni 2026