go-digital (Förderprogramm für Digitalisierung)
go-digital war ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das kleine und mittlere Unternehmen bis zum 31.12.2024 mit bis zu 50 % Zuschuss bei Digitalisierungsberatungen in den Bereichen IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse und Markterschließung unterstützte.
Ausführliche Erklärung
Das Förderprogramm go-digital lief von 2017 bis Ende 2024 und richtete sich gezielt an KMU der gewerblichen Wirtschaft sowie Handwerksbetriebe mit weniger als 100 Beschäftigten und einem Vorjahresumsatz von maximal 20 Millionen Euro. Ziel war es, den Digitalisierungsrückstand im deutschen Mittelstand abzubauen und Unternehmen den Zugang zu qualifizierten Beratungsleistungen zu erleichtern. Die Besonderheit: Autorisierte Beratungsunternehmen übernahmen die gesamte Antragstellung und Abwicklung, sodass Unternehmen von bürokratischen Hürden entlastet wurden.
Das Programm deckte fünf Module ab: IT-Sicherheit, Digitalisierte Geschäftsprozesse, Digitale Markterschließung, Datenkompetenz und Digitalisierungsstrategie. Gefördert wurden bis zu 30 Beratertage innerhalb von sechs Monaten, bei einem maximalen Tagessatz von 1.100 Euro. Unternehmen erhielten dadurch Unterstützung bei konkreten Vorhaben wie der Einführung von Warenwirtschaftssystemen, der Entwicklung von Online-Vertriebswegen oder der Implementierung von IT-Sicherheitskonzepten. Die Förderung erfolgte als nicht rückzahlbarer Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 16.500 Euro pro Projekt.
Seit dem 1. Januar 2025 ist das Programm eingestellt. Grund waren die angespannte Haushaltslage sowie das Argument des BMWE, dass inzwischen ein größeres Angebot an Digitalisierungsunterstützung verfügbar sei. Als Alternativen verweist das Ministerium auf die Mittelstand-Digital Zentren (kostenfrei, aber ohne finanzielle Zuschüsse für Umsetzungen), die Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft, KfW-Förderkredite und länderspezifische Digitalisierungsprogramme wie den Digitalbonus Bayern oder Digitalbonus Niedersachsen. Ein direktes Nachfolgeprogramm auf Bundesebene mit Zuschüssen für Beratungsleistungen existiert derzeit nicht.
Praxisbeispiel
Ein Tischlereibetrieb aus Bayern mit 18 Mitarbeitern hätte über go-digital bis Ende 2024 eine geförderte Beratung zur Einführung einer digitalen Auftragsplanung und zur Absicherung der IT-Infrastruktur in Anspruch nehmen können. Der autorisierte Berater hätte den Förderantrag gestellt, und der Betrieb hätte 50 % der Beratungskosten als Zuschuss erhalten.