Prozesse
Geschäftsprozesse sind strukturierte Abfolgen von Tätigkeiten, die Eingaben (Inputs) in Ergebnisse (Outputs) umwandeln. Im KI-Kontext sind repetitive, datengetriebene Prozesse besonders relevant, da sie sich für Automatisierung und Optimierung eignen.
Ausführliche Erklärung
Ein Geschäftsprozess ist eine Abfolge von Tätigkeiten, die auf ein bestimmtes Ergebnis abzielen und dabei Ressourcen wie Personal, Informationen und Systeme koordinieren. Prozesse lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen: Kernprozesse, die direkt zur Wertschöpfung beitragen, Unterstützungsprozesse wie Buchhaltung oder IT-Support sowie Managementprozesse zur Steuerung des Unternehmens. Die Digitalisierung wandelt analoge oder manuelle Abläufe durch digitale Lösungen ab, sodass Informationen strukturiert erfasst, automatisch weiterverarbeitet und transparent verfügbar sind.
Für KMU ist die systematische Betrachtung der eigenen Prozesse von zentraler Bedeutung, da hier oft die größten Effizienzpotenziale verborgen liegen. Besonders repetitive und datengetriebene Abläufe eignen sich für KI-gestützte Automatisierung. Das betrifft etwa die Rechnungsverarbeitung, das Kundenmanagement, die Angebotserstellung oder das Bestandsmanagement. Die Frage ist nicht, ob digitalisiert wird, sondern welche Prozesse den größten Nutzen bringen und wie diese schrittweise transformiert werden können.
Ein strukturiertes Prozessmanagement hilft dabei, Schwachstellen zu identifizieren, Medienbrüche zu beseitigen und Durchlaufzeiten zu verkürzen. Durch den Einsatz von KI können Unternehmen Prozesse nicht nur automatisieren, sondern auch kontinuierlich analysieren und verbessern. KI-Systeme erkennen Muster in Daten, schlagen Optimierungen vor und ermöglichen eine vorausschauende Steuerung. Dabei ist wichtig: Erst die Prozesse verstehen und dokumentieren, dann digitalisieren und erst zuletzt automatisieren. Eine unausgereifte Prozessstruktur lässt sich durch Technologie nicht heilen, sondern wird lediglich schneller fehlerhaft ausgeführt.
Praxisbeispiel
Eine Steuerberatungskanzlei mit 12 Mitarbeitenden in Linz hat ihren Prozess der Belegerfassung analysiert. Bisher wurden monatlich rund 800 Eingangsrechnungen manuell geprüft, abgetippt und in die Buchhaltungssoftware eingegeben. Nach der Digitalisierung des Posteingangs und Integration einer KI-gestützten Texterkennung werden Rechnungsdaten nun automatisch ausgelesen und übertragen. Die Mitarbeitenden prüfen nur noch Ausnahmen. Resultat: 60 Prozent Zeitersparnis bei diesem Teilprozess.