ChatGPT
ChatGPT ist ein KI-basierter Chatbot des US-Unternehmens OpenAI, der auf Large Language Models basiert und in natürlicher Sprache mit Nutzer:innen kommuniziert. Das Tool kann Texte verfassen, Fragen beantworten, Code schreiben und vielfältige Aufgaben im Unternehmenskontext unterstützen.
Ausführliche Erklärung
ChatGPT wurde im November 2022 von OpenAI veröffentlicht und basiert auf der GPT-Technologie (Generative Pre-trained Transformer). Das System wurde mit großen Textmengen aus dem Internet trainiert und nutzt maschinelles Lernen, um menschenähnliche Konversationen zu führen. Das dialogorientierte Format erlaubt es ChatGPT, Folgefragen zu beantworten, Fehler zuzugeben und auf inkorrekte Annahmen hinzuweisen. Verfügbar ist ChatGPT sowohl als kostenlose Version als auch in kostenpflichtigen Varianten wie ChatGPT Plus, Team und Enterprise.
Für KMU bietet ChatGPT praktische Einsatzmöglichkeiten im Kundenservice, bei der Texterstellung für Marketing und Korrespondenz, zur Analyse von Kundenfeedback oder für die Automatisierung von Routineaufgaben. Unternehmen in Deutschland und Österreich nutzen das Tool zunehmend, um Zeitressourcen zu sparen und repetitive Aufgaben zu delegieren. Laut aktuellen Studien setzen bereits 32 Prozent der KMU in Deutschland KI-Tools ein, wobei ChatGPT zu den am häufigsten verwendeten Anwendungen zählt.
Gleichzeitig müssen Unternehmen beim Einsatz von ChatGPT datenschutzrechtliche Anforderungen der DSGVO beachten. Die kostenlose Version ist für den Unternehmenseinsatz mit personenbezogenen Daten nicht geeignet, da kein Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar ist und eingegebene Daten potenziell für das Modelltraining verwendet werden können. Für einen rechtskonformen Einsatz sollten Unternehmen auf Business-, Team- oder Enterprise-Versionen zurückgreifen, bei denen OpenAI als Auftragsverarbeiter agiert und ein Data Processing Agreement bereitstellt. Sensible Unternehmensdaten, personenbezogene Informationen oder Geschäftsgeheimnisse sollten grundsätzlich nicht in das System eingegeben werden, sofern keine entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen wurden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Qualitätskontrolle: ChatGPT kann gelegentlich fehlerhafte oder veraltete Informationen liefern, da das Modell auf begrenzten Trainingsdaten basiert. Unternehmen sollten daher KI-generierte Inhalte stets durch menschliche Expertise überprüfen und kritisch bewerten. Der Einsatz von ChatGPT empfiehlt sich besonders für Aufgaben, bei denen schnelle Entwürfe, Ideengenerierung oder strukturierte Textverarbeitung im Vordergrund stehen – nicht jedoch für Entscheidungen mit rechtlichen Konsequenzen oder bei sensiblen Geschäftsprozessen ohne entsprechende Absicherung.
Praxisbeispiel
Eine Steuerberatungskanzlei mit 8 Mitarbeitenden in Graz nutzt ChatGPT Enterprise zur Erstellung von Erstentwürfen für Standard-E-Mails an Klientinnen und Klienten. Die Mitarbeitenden geben allgemeine Anfragen in anonymisierter Form ein und erhalten strukturierte Antwortentwürfe, die sie anschließend individualisieren. Dadurch spart die Kanzlei etwa 5 Stunden pro Woche bei der Korrespondenz. Personenbezogene Daten und steuerrelevante Details werden bewusst nicht in das System eingegeben.