AWS (Amazon Web Services)
Amazon Web Services (AWS) ist die Cloud-Computing-Plattform von Amazon, die über 200 bedarfsgerecht abrufbare Dienste für Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, KI und weitere IT-Ressourcen bereitstellt. Unternehmen zahlen nutzungsbasiert nur für tatsächlich genutzte Leistungen.
Ausführliche Erklärung
Amazon Web Services wurde 2006 gestartet und ist heute mit rund 30 bis 32 Prozent Marktanteil der weltweit größte Cloud-Anbieter. Die Plattform basiert auf drei Cloud-Computing-Modellen: Infrastructure as a Service (IaaS) für virtuelle Server und Infrastruktur, Platform as a Service (PaaS) für Anwendungsentwicklung und Software as a Service (SaaS) für fertige Anwendungen. Unternehmen können damit IT-Ressourcen flexibel nach Bedarf nutzen, ohne eigene Rechenzentren betreiben zu müssen.
Zu den wichtigsten AWS-Diensten gehören Amazon EC2 (Elastic Compute Cloud) für virtuelle Server, Amazon S3 (Simple Storage Service) für skalierbaren Objektspeicher, Amazon RDS für verwaltete Datenbanken und AWS Lambda für serverloses Computing. Im Bereich Künstliche Intelligenz bietet AWS seit 2023 Amazon Bedrock an, eine Plattform für den Zugriff auf KI-Modelle von Anthropic, OpenAI, Meta und anderen Anbietern. Die globale Infrastruktur umfasst Rechenzentren in zahlreichen Regionen weltweit, darunter seit 2014 die Region eu-central-1 in Frankfurt am Main.
Für österreichische und deutsche KMU ist AWS vor allem wegen der Skalierbarkeit relevant: Ressourcen lassen sich je nach Bedarf innerhalb von Minuten hoch- oder herunterfahren, die Abrechnung erfolgt nur für tatsächlich genutzte Leistungen. Die Nutzung von AWS ist grundsätzlich DSGVO-konform möglich, wenn Kundendaten in EU-Regionen gespeichert werden und das AWS GDPR Data Processing Addendum mit Standardvertragsklauseln aktiv angenommen wird. AWS stellt sicher, dass Kundendaten in der gewählten Region verbleiben, sofern nicht explizit andere Dienste genutzt werden.
Praxisbeispiel
Eine österreichische Steuerberatungskanzlei mit 12 Mitarbeitenden nutzt AWS, um ihre Mandantendatenbank und Buchhaltungssoftware zu hosten. Statt einen eigenen Server zu kaufen, mietet sie virtuelle Server über Amazon EC2 und speichert verschlüsselte Dokumente in Amazon S3. Während der Bilanzsaison von Januar bis März erhöht die Kanzlei die Rechenleistung automatisch, in ruhigeren Monaten wird sie reduziert. Die Daten werden ausschließlich in der AWS-Region Frankfurt verarbeitet, wodurch die Anforderungen der DSGVO erfüllt werden.
Code-Beispiel
import boto3
# AWS SDK (boto3) Beispiel: S3-Bucket anlegen und Datei hochladen
s3 = boto3.client('s3', region_name='eu-central-1')
# Bucket erstellen (Frankfurt-Region)
s3.create_bucket(
Bucket='kanzlei-belege-2026',
CreateBucketConfiguration={'LocationConstraint': 'eu-central-1'}
)
# Verschlüsselung aktivieren
s3.put_bucket_encryption(
Bucket='kanzlei-belege-2026',
ServerSideEncryptionConfiguration={
'Rules': [{'ApplyServerSideEncryptionByDefault': {'SSEAlgorithm': 'AES256'}}]
}
)
# Datei hochladen
s3.upload_file('rechnung.pdf', 'kanzlei-belege-2026', 'belege/2026/rechnung.pdf')