KI-Nutzer
Ein KI-Nutzer ist eine Person, die im Tagesgeschäft eines Unternehmens KI-Systeme oder KI-gestützte Anwendungen verwendet, jedoch keine administrativen Berechtigungen zur Verwaltung dieser Systeme besitzt.
Ausführliche Erklärung
KI-Nutzer bilden die größte Gruppe innerhalb der betrieblichen KI-Nutzung. Sie arbeiten mit KI-Werkzeugen, die ihnen über definierte Berechtigungen zur Verfügung gestellt werden, ohne selbst die Systemkonfiguration, Benutzerverwaltung oder strategische Einstellungen verändern zu können. Typischerweise umfasst diese Rolle Mitarbeitende aus Fachbereichen wie Vertrieb, Kundenservice, Marketing oder Buchhaltung, die KI-Assistenten, Chatbots, Textgeneratoren oder Analysetools zur Erledigung ihrer täglichen Aufgaben nutzen.
Die Abgrenzung zum KI-Administrator oder KI-Beauftragten ist klar: KI-Nutzer arbeiten mit den Systemen, verwalten sie aber nicht. Sie benötigen ausreichende KI-Kompetenz, um die Werkzeuge korrekt und rechtskonform einzusetzen. Gemäß EU-KI-Verordnung müssen Unternehmen sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden, die KI-Systeme verwenden, ein angemessenes Verständnis für deren Funktionsweise und Grenzen haben. Dies betrifft insbesondere den Umgang mit sensiblen Daten, die Qualitätssicherung KI-generierter Inhalte und die Beachtung interner Nutzungsrichtlinien.
Für KMU ist eine saubere Definition der KI-Nutzer-Rolle essenziell, um Verantwortlichkeiten klar zu regeln und Berechtigungskonzepte nach dem Need-to-know-Prinzip umzusetzen. Typische Aufgaben von KI-Nutzern sind das Erstellen von Textentwürfen, das Auswerten von Daten, die Kommunikation mit Kunden über KI-gestützte Tools oder die Nutzung von Prozessautomatisierungen. Dabei tragen sie die Verantwortung für die Qualität der Ergebnisse und die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben innerhalb ihres Arbeitsbereichs.
Praxisbeispiel
Eine Wiener Steuerberatungskanzlei mit 18 Mitarbeitenden führt einen KI-Assistenten für die Erstellung von Mandantenkorrespondenz ein. Sechs Sachbearbeitende erhalten die Rolle "KI-Nutzer" und können damit auf die Textgenerierung und Dokumentenzusammenfassung zugreifen. Die beiden Kanzleipartner fungieren als Administratoren, verwalten Berechtigungen und überwachen die Einhaltung der internen KI-Richtlinie. Die Sachbearbeitenden wurden geschult und wissen, dass keine Mandantendaten in öffentliche KI-Tools eingegeben werden dürfen.